Was tun bei Preispannen?

Die schlimmste Vorstellung eines jeden Online-Händlers – im Webshop werden falsche und viel zu niedrige Preise angezeigt. Was du bei Preispannen am besten tun solltest und ob du in diesem Fall auch zur Lieferung verpflichtet bist, erklären wir dir hier.

 Fehler ermitteln und schnell reagieren

In einem Webshop können immer wieder mal Fehler auftreten, sollte es allerdings zur Anzeige falscher Preise kommen ist deine Reaktionsfähigkeit gefragt.
Versuche schnellstmöglich den Fehler zu ermitteln und sofort zu beheben.
Prüfe deinen Shop auf weitere Pannen und versuche nachzugehen, wie es zu diesem Fehler kam.
Lag ein technischer Systemfehler vor, oder hat der zuständige Mitarbeiter vielleicht nur Daten falsch eingegeben ?

Überprüfe, ob bereits Verträge zustande gekommen sind

Falls das der Fall sein sollte, ist es wichtig ob eine Vertragsannahme erklärt wurde, oder ob das Shopsystem lediglich eine „Bestelleingangsbestätigungen“ versendet hat.

Anfechtung bereits geschlossener Verträge

Sollte es so sein, dass ein Vertrag wirksam zustande gekommen ist, muss unverzüglich die Anfechtung erklärt werden.
Natürlich musst du in der E-Mail nicht direkt von einer Anfechtung reden bzw. genau dieses Wort verwenden, du als Händler musst deinem Kunden deutlich machen, dass du nicht länger am Vertrag festhalten möchtest.
Erkläre deinen Kunden auch direkt den Grund dafür und wie es zu dem Anzeigefehler kam.

Vermeintliches Recht der Käufer

Durch das Anklicken des „Kaufen-Buttons“ meinen viele Online-Shopper, dass der Händler zur Lieferung der Ware zum angegebenen Preis verpflichtet sei. Daraufhin pochen die meisten Kunden auf ihr vermeintliches Recht, also auf die Warenlieferung. Allerdings führt die Betätigung des Buttons nur in den seltensten Fällen zum Vertragsschluss.

Vertragsschluss im Internet

 

Für einen wirksamen Vertrag sind zwei sog. Willenserklärungen erforderlich. Deswegen hat der Bundesgerichtshof (BGH) für den Online-Handel entschieden, dass erst mit dem Absenden der Bestellung ein bindendes Angebot erfolgt. Der Klick auf den „Kaufen“-Button stellt meist nur die erste von zwei notwendigen Willenserklärungen dar. Damit es aber zum endgültigen Vertragsschluss kommt, muss der Händler das Angebot durch seine, die zweite, Willenserklärung annehmen. Sollte er das nicht tun, ist er nicht zur Lieferung des ausgewählten Artikels verpflichtet.

Bestätigung gleich Vertragsannahme ?

Nein.
Händler, welche im elektronischen Geschäftsverkehr tätig sind, sind dazu verpflichtet eine Bestätigung an den Verbraucher zu senden, dass seine Bestellung eingegangen ist.
Diese Zugangsbestätigung ist allerdings nicht auch direkt eine Vertragsannahmeerklärung.

Keine Pflicht zur Lieferung trotz Vertragsschluss

Trotz Vertrag von der Lieferpflicht lösen ?
Auch das ist möglich unter bestimmten Umständen. Sollte der Kunde den Preisfehler erkannt und missbräuchlich für sich ausgenutzt haben, verstößt er gegen Treu und Glauben daraufhin könnte man den Händler vom Vertrag lösen. Diese Variante ist jedoch eher schwer zu beweisen oder durchzusetzen. Wahrscheinlicher ist es, den Vertrag durch Anfechtung rückwirkend zu vernichten.Wie du siehst ist deine Reaktionsfähigkeit in so einer Situation gefragt.
Du solltest den Fehler schnellstmöglich ermitteln und direkt beheben, um dir Zeit und Ärger zu ersparen.